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Vorgaben für Netzverteilerräume im Zuständigkeitsbereich des LRZ

Diese Hinweise sollen die Planung und Realisierung von Netzverteilerräumen im Münchner Hochschulnetz erleichtern. Sie dienen als erste Planungsgrundlagen. Weitergehende Erläuterungen sind in den 'Planungsrichtlinien für Kommunikationsnetze beim Freistaat Bayern' zu finden. (http://www.lrz.de/services/netz/verkabelung/richtlinien.pdf)

Für Rückfragen stehen Herr Glose (Tel.: (089) 35831-8705, E-Mail: glose@lrz.de) und Herr Häfele (Tel.: (089) 35831-8865, E-Mail: haefele@lrz.de) beim Leibniz-Rechenzentrum zur Verfügung.

In jedem konkreten Einzelfall sind die Planungen und Realisierungen unbedingt immer vorher rechtzeitig mit dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) abzusprechen. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, so behält sich das LRZ vor, das Datennetz nicht in Betrieb zu nehmen.

Netzverteilerräume

Netzverteilerräume sollen die Komponenten aufnehmen, die zum Betrieb eines strukturierten Netzes notwendig sind. Dies sind vor allem Schrankeinheiten für den Einbau von passiven  (Patchfelder) und aktiven Netzkomponenten (z.B. Switches, Router).

In den Netzverteilerräumen enden die Verbindungsleitungen zu den Datendosen an den einzelnen Arbeitsplätzen. Die Verbindungsleitungen (Kupfer oder Lichtwellenleiter [LWL]) sind auf Patchfelder zu führen. Diese Patchfelder sind in Datenschränke oder offene Datenracks mit 19"-Rahmen zu installieren.

Der Raum muss die Abgabe der erzeugten Wärmeleistung nach außen gewährleisten. Falls nötig ist eine Klimaanlage zu installieren.

Stromversorgung

Um eine redundante Stromanbindung realisieren zu können, müssen mindestens zwei getrennt mit je 16 A abgesicherte Stromkreise verfügbar sein. In manchen Fällen kann auch eine Stromstärke von 32 A nötig sein. Für jeden Schrank/Rack sind zwei eigene Zuleitungen zu installieren. Diese sind mit je einer Doppelsteckdose abzuschließen, an der dann eine Steckdosenleiste mit ca. 6 Steckdosen angeschlossen wird. Die Steckdosenleiste ist mit der Bezeichnung der Sicherung zu beschriften.

Falls sich die Sicherungen nicht im Raum befinden, sollte ein Hinweis notiert sein, wo diese zu finden sind bzw. wer bei einem Ausfall zu verständigen ist.

 

Raumgröße:

Ein Netzschrank bzw. Netzrack hat eine Grundfläche von 80 mal 80 cm. Der Netzschrank/Rack sollte von mindestens zwei Seiten (vorne und hinten) zugänglich sein und einen Abstand zur Wand an diesen Seiten von mindestens 80 cm haben. Die Türen der Netzschränke müssen sich vollständig öffnen lassen.

Die Minimalanforderung an die Größe eines Raumes zeigt die folgende Abbildung. In dieser Anforderung ist kein Platz für Erweiterungen oder Installationen von Serverrechnern in diesem Raum.

Soll eine Platzreserve mit eingeplant werden oder sind in diesem Raum mehrere Schränke unterzubringen, da die Anzahl der Datenleitungen größer als 216 (Maximum für einen Schrank/Rack) ist, so ist der Raum um jeweils 80 cm zu vergrößern. Die folgende Abbildung zeigt die Größe eines Raumes für drei Netzschränke/Netzracks mit einer Platzreserve für einen Schrank. In einem Raum sollten maximal 5 Schränke (incl. Reserve = ca. 1000 Datenanschlüsse) untergebracht werden.

Mehrfachnutzung des Netzverteilerraumes

Es sollte angestrebt werden, dass der Raum ausschließlich durch das Datennetz genutzt wird. Eine Mitnutzung durch Telefon (TK-Verteiler) kann unter bestimmten Voraussetzungen zugestanden werden.

Auswahl Netzschrank oder Netzrack

Wird ein Raum ausschließlich von einem kontrollierbaren kleinen Personenkreis (z.B. Telefon, Server, Netz) genutzt, so sollten offene Datenracks bevorzugt werden. Ist die Nutzung nicht kontrollierbar, so sind abschließbare Datenschränke zu installieren.

Aufbau der Netzschränke/Netzracks:

Ein Datenschrank/Datenrack sollte etwa 42 Höheneinheiten (HE), d.h. ca. 200 cm hoch sein.

Pro Datenschrank/Datenrack sollten nicht mehr als 216 Datenleitungen, welche die Arbeitsplätze versorgen,  installiert werden. Das Verhältnis Patchfelder zu freiem Platz für aktive Netzkomponenten sollte 1 zu 2 sein. Den maximalen Aufbau für einen Schrank zeigt das folgende Bild. Dabei sind die Patchfelder oben, die USV unten und die aktiven Netz-Komponenten dazwischen zu montieren.

Für die Stromversorgung ist je Datenschrank/Datenrack eine eigene Zuleitung zu installieren. Diese muss mit 16 A abgesichert sein.

Im Schrank wird diese Zuleitung mit einer Doppelsteckdose abgeschlossen, an der dann eine Steckdosenleiste mit ca. 6 Steckdosen angeschlossen wird.

Wichtiger Hinweis zur Ausführung von Glasfaserverkabelungen:

   LWL-Verkabelungen sollen immer gekreuzt ausgeführt werden!

Werden in einem Raum mehrere Datenschränke bzw. Datenracks installiert, so soll die LWL-Anbindung des Verteilers vorzugsweise im linken Schrank/Rack an oberster Stelle erfolgen.

Beispiel für drei Netzschränke/Netzracks:

 

Beschriftung der Verteilerschränke, Patchfelder und Datendosen

Verteilerschrank

Fall A:  Ein Verteilerstandort im Gebäude:             Schrankbezeichnungen    A,  B ,  C, ...
Fall B  Mehrere Verteilerstandorte im Gebäude: Schrankbezeichnungen    A1, B1, C1, ... (Standort 1)
                                                                                           A2, B2, C2, ... (Standort 2)                                               


Patchfeld

Auf den Patchfeldern in den Netzverteilerschränken ist die Beschriftung wie folgt anzubringen:

Raumnummer / Laufender Anschluss im Raum  

Wichtig:  Die Anschlussnummern sind vom Zugang des Raumes im Uhrzeigersinn aufsteigend zu zählen.
              Patchfelder nach aufsteigenden Raumnummern belegen.


Beispiel:


Anschlussdose (RJ-45)

An den Datensteckdosen ist die Beschriftung zweizeilig wie folgt anzubringen:

Raumnummer / Lfd. Anschluss im Raum
Rack / Patchfeld - Lfd. Nummer auf dem Patchfeld

 Beispiel:


Beschriftung auf Kanal falls kein Platz für zweizeilige Beschriftung vorhanden ist

121/3,4 // A2/2-5,6

In diesem Beispiel wird von mehreren Verteilerstandorten im Gebäude ausgegangen, daraus resultiert im Beispiel die Rack-/Schrankbezeichnung A2. Bei nur einem Standort genügt es, das erste Rack/den ersten Schrank lediglich mit A zu bezeichnen.

Beschriftungsschema
Baugruppenträger + LWL-Baugruppeneinschübe



Beschriftung LWL-Dose

   Bei Verwendung von Baugruppenträgern im Schrank/Rack: Beschriftungszusatz in Klammern beachten !

     
Analog zur Beschriftung von RJ-45 Datendosen soll bei Glasfaser-Anschlussdosen das Schema Quelle – Ziel Anwendung finden:

Die Angabe zur Quelle beinhaltet immer die Raumnummer und die laufende Nummer des Anschlusses. Die Anschlüsse werden vom Zugang des Raumes im Uhrzeigersinn gezählt. Gibt es mehrere Zugänge zum Raum und ist das Schema nicht eindeutig anzuwenden, wird eine Rücksprache mit dem LRZ empfohlen.

Im Beispiel befindet sich die Datendose im Raum 121 links vom Zugang. Deshalb wurden die Anschlüsse mit den Portbezeichnungen 1 bzw. 2 versehen.

Die Angabe zum Ziel beinhaltet zuerst die Schrank- bzw. Rackbezeichnung, gefolgt von der Nummer des Patchfeldes bzw. der LWL-Kassette und der Nummer des Ports auf dem Patchfeld bzw. der LWL-Kassette. 

Kommen sogenannte Baugruppenträger im Schrank/Rack zum Einsatz, erfolgt nach der Angabe der Schrank/Rackbezeichnung zusätzlich die Nummer des Baugruppenträgers. Danach wie oben die Nummer der Kassette und der Anschlussports.