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kommt nochWarum erreicht mein 56K-Modem nur 46 KBit/s?
Als erstes ist zu klären, wie die Geschwindigkeit überhaupt gemessen wird. Falls es sich dabei um die sogenannte "Connectrate" des Modems handelt (bei Windows in der Anzeige im "Verbindungs-Fenster"), kann man daraus nicht schließen, dass alle zukünftigen Übertragungen mit der gleichen Geschwindigkeit ausgeführt werden. Sie wird stattdessen während der Verbindung dynamisch angepasst. Am besten misst man die Geschwindigkeit durch einen FTP-Transfer einer längeren Datei von einem "nahegelegenen" Server wie z.B. ftp.lrz.de. Die meisten FTP-Programme wie das in den Windows-Systemen integrierte FTP oder der Netscape Internet-Browser zeigen die real erreichte Übertragungsgeschwindigkeit während oder am Ende des Transfers an.
Bei manchen Dateien geschieht die Übertragung sogar schneller als mit 56.000 Bit/s (= 7 KByte/s). Dies wird durch die Komprimierung der Daten durch den Modemserver und die entsprechende Dekomprimierung durch das Modem erreicht. Das K56-Modulationsverfahren (V.90) wird übrigens nur in Richtung Server zum Client (Download) verwendet, beim Upload kommt nur V.34, also höchstens 33.6 Kbit/s zum Einsatz.
Stand der Technik sind maximale Transfer-Raten von etwa 50 Kbit/s. Die konkret erreichbare Geschwindigkeit hängt von folgenden Faktoren ab:
1. Qualität und Länge der Telefonleitung
Bei schlechtem Kabelmaterial (dünner Drahtdurchmesser, viele
Kupplungen) - z.B. in Häusern mit alter Telefonverkabelung - können keine
hohen Geschwindigkeiten erreicht werden. Negativ bemerkbar machen sich
oft auch Einstrahlungen aus anderen Quellen (Staubsauger, Stromkabel,
Straßenbahn...).
Schließlich spielt auch die Länge der Leitung von der TAE-Dose bis zur
Vermittlungsstelle der Telekom eine Rolle, dazu kommt auch noch die
Qualität und Länge des eigenen Modem-Anschlusskabels.
2. Qualität des Modems und dessen Firmware
Noname-Modems funktionieren oft schlechter als Markengeräte. Manchmal
kann durch ein Update der internen Modem-Firmware eine Verbesserung
erreicht
werden. Die meisten 56K-Modems besitzen ein Flash-ROM, in das
gegebenenfalls neue, verbesserte Firmware des Modemherstellers geladen
werden kann.Bei manchen Modems ist für die optimale Funktion ein
spezieller Init-String nötig (AT-Befehle zur Einstellung), bei älteren
USRobotics-Geräten z.B. S15=128.
3. Optimale Konfiguration des Systems
Das Betriebssystem Ihres Rechners muss für hohe DFÜ-Raten richtig eingestellt sein. Bei Windows 9x sollte die DFÜ-Netzwerk Version 1.3 oder 1.4 installiert sein, bei Windows NT das Service Pack 6a. Softwarekomprimierung und LCP-Erweiterungen sollten nicht eingestellt sein. Es dürfen keine Konflikte der im PC eingebauten Hardware vorliegen und es sollte keine (möglicherweise störende) Netzsoftware anderen Ursprungs installiert sein. Die Schnittstellengeschwindigkeit (zwischen PC und Modem) soll auf dem höchstmöglichen Wert eingestellt sein (i.a. 115.200 Bit/s).
Fazit:
Datenraten ab 46.000 Bit/s sind als normal anzusehen, schneller geht
es oft nur bei einem Wechsel der äußeren Bedingungen. Die beste Lösung
ist sicher ein
Umstieg auf ISDN oder DSL, hier hat man dauerhaft eine Geschwindigkeit
von 64.000 Bit/s bzw. noch weit mehr.